Harro Dietrich Kähler
Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften
Barrieren der Selbstevaluation — und wie man sie umgehen, überwinden oder schleifen kann
Barriere: "Ängste und Widerstände bei den Fachkräften selbst"
Die gerade skizzierten institutionellen Voraussetzungen können die
Motivation für Selbstevaluation fördern — letztlich liegt
die Entscheidung aber bei den Fachkräften selbst. Bei besten Bedingungen
bleibt das Sich-Einlassen auf Selbstevaluation riskant. "Wer gesteht
sich schon gerne ein, dass nicht alle seine/ihre Handlungen von hehren (pädagogischen)
Motiven getragen sind? Angst aber auch vor den anderen, vor Auseinandersetzungen,
Konflikten. Und dann sind da noch die Blicke, das Gerede ... Evaluation
hat also auch mit Bewertung, mit Wertschätzung zu tun, und mit ihren
Folgen. Im günstigsten Falle ist sie motivierend, bewirkt Bestätigung,
Anerkennung und Wohlbefinden; manchmal erzeugen positive Ergebnisse aber
auch Neid und Missgunst; zeitigt sie aber unerwünschte Resultate, drohen
Bloßstellung, Kränkung, Verlust von Ansehen, Einfluss." (Radnitzky/Schratz
1999, 14).
Man darf sich also nichts vormachen: Es gibt objektiv eine Barriere für
Selbstevaluation, die sich auch durch Schaffung guter Voraussetzungen nicht
ganz beseitigen lässt und die letztlich nur durch ein Quantum an Zivilcourage
(Müller 1993) überwunden werden kann. Ihr Einsatz lohnt aber — darauf
wird noch einzugehen sein.
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